Uzbekistan go go Turkmenistan

Besser spät als nie... hüstel.. ein weiterer Reisebericht ;)

Usbekistan hat nach Kirgisistan wirklich einen schweren Stand bei uns gehabt. Wir haben nämlich herausgefunden, dass wir reisemüde waren und eigentlich nur noch ans Meer zum chillen wollten.
Und wenn man von Kirgisistan nach Usbekistan fährt, ist das ein wenig so, wie wenn man von der bergigen Schweiz ins flache Deutschland fährt. Es ist schon auch schön, aber halt eben flacher. Bitte liebe Freunde aus Deutschland, nehmt uns das nicht übel.....wir stehen einfach nur auf Berglandschaften ☺

Unsere erste Mission in Usbekistan war es, das Turkmenistan Transit Visa zu beantragen. Dazu mussten wir nach Tashkent und wussten bereits, dass wir aller Wahrscheinlichkeit nach mindesten 2 Wochen auf das Visum warten werden mussten. So sind wir also nach ein paar hundert Kilometern, einem Platten und ein paar Strassensperren direkt nach Tashkent gefahren.

Apropos Strassensperren. Usbekistan ist ein Polizeistaat wie er im Bilderbuch steht. Ohne zu übertreiben steht in Tashkent alle 100 Meter irgendwo ein Polizist und wir wurden täglich mindestens zwei bis drei Mal kontrolliert. Ach, ja und da ist noch diese Sache mit der ominösen Touristenregistrierung. Anscheinend muss sich jeder Tourist an jedem Ort an dem er ist immer registrieren lassen. Also reist man nach Tashkent: Registrieren, dann weiter nach Bukhara: Registrieren, und so weiter an jedem Ort. Totale Kontrolle. Anscheinend! So steht es im Lonely Planet, doch im Internet findet man widersprüchliche Informationen. Erst ab drei Tagen an einem Ort, oder gar nicht? Wir entschlossen uns dazu nur zu tun was man uns sagt. An der Grenze zu Usbekistan (sehr freundlich übrigens bei Osh) wurde uns nichts von Registrationen gesagt, also richteten wir uns danach. Alles lief glatt soweit, in keiner der zahlreichen Kontrollen wollte jemand wissen, ob wir registriert sind. Als wir aber vor der Turkmenischen Botschaft auf zwei Traveller stiessen, wurden wir ein wenig verunsichert (Raphi eigentlich kaum). Die beiden schoben einen schrägen Registrierungsfilm und erzählten uns allerlei Geschichten von Leuten die wegen fehlender Registrierung hohe Strafen zahlen mussten und sogar eingesperrt wurden. Die Polizei in der U-Bahn haben sie selbst anscheinend bestechen müssen. Die haben uns gesagt: "Fahrt ja nie U-Bahn!“. Wir erklärten Ihnen, dass wir keine Registrierungen machen und auch schon kontrolliert worden seien und keine Probleme hatten. Sie warnten uns und sagten: „Was? Ihr seid nicht registriert? Also ihr seit schon echt mutig, wenn ihr euch nicht registrieren lässt." Kurz waren wir unsicher, doch wir zucken mit den Schultern und machten weiter wie bisher. Auch weiterhin wurden wir täglich irgendwo kontrolliert und als wir ein oder zwei Mal nach Registrierung gefragt wurden (die muss man anscheinend im Hotel machen) sagten wir, wir seien nie in Hotels und bleiben überall nur einen oder zwei Tage, also können wir uns auch nicht registrieren. Das wurde akzeptiert.
Die Polizei war zu uns auch immer sehr nett :-). Auch bei der Ausreise nach Turkmenistan wurden (ungleich zu Kasachstan) keine Registrierungszettel von uns verlangt.

Jetzt aber zurück zum Visum. Um die türkmenische Botschaft in Tashkent ranken sich Geschichten und Mythen wie um den Olymp. Korrupt soll es dort sein, Visen nur willkürlich, mache Visen kommen nach 3 Tagen andere nach 3 Wochen und dann ist da noch die geheimnissvolle Warteliste! Alles hat etwas wahres, auch die Geschichten um die Botschaft. Um überhaupt in die Botschaft reinzukommen, muss man sich tatsächlich so früh wie möglich in eine inoffizielle, offizielle Liste eintragen die bereits sehr früh morgens beim Eingang der Botschaft, mit einem Stein beschwert, aufliegt. Je früher man dort ist, desto besser, denn meistens schaffen es nur die ersten 10 Namen auf der Liste überhaupt in die Botschaft. So früh als möglich, nun gut, wir stellten uns also am Vorabend mit unserem Bus direkt in die Strasse hinter der Botschaft und fingen um 22.00 Uhr an sporadisch beim Eingang der Botschaft vorbei zu schauen. ca. um 23.00 Uhr erschien (in einem Lichtblitz natürlich) dann auch vor unseren Augen aus dem Nichts die Liste! Wirklich so ist es geschehen! ;-) Wir schrieben uns dann (es hatte zwei Kolonnen) in beide Kolonnen als viertes ein. Am Morgen darauf standen wir um 9.00 Uhr vor der Botschaft und nach einer Stunde waren wir drin. Gegenüber vielen anderen Aussagen fanden wir die Menschen auf der türkmenischen Botschaft sehr nett. Uns wurde bei der Beantragung gesagt, es gäbe keine Expressvisa mehr und wir sollten nach 15 Tagen wieder kommen.

Um uns die Zeit zu vertreiben, sind wir 2 Wochen an schönen Plätzen mit unserem Bus rumgestanden und konnten es kaum erwarten unser Visum abzuholen und endlich weiterzufahren. Empfehlen können wir den Stausee nord-östlich von Tashkent und einen Badesee etwa eine Stunde südlich von Tashkent. Da haben wir jeweils schöne und ruhige Plätze gefunden. Es war aber im Vergleich zu Kirgisistan sehr schwierig. Auch wenn wir manchmal eine kleine Abfahrt von der Strasse fanden, standen wir dann zum Schluss vor einem geschlossenen Zaun. Die Kontrolle ist in Usbekistan stark zu spüren. Wir haben dann angefangen dort zu stehen wo auch andere Autos gestanden sind, das ging meistens. Abgesehen von der Kontrolle sind die Menschen in Usbekistan aber wie überall herzensfreundlich und hilfsbereit. Wir haben es geliebt uns in Märkten zu verlieren (so wie Lonely Planet sagen würde), frisches Obst, Gemüse und komische Fladenbrote einzukaufen.

Nach 14 Tagen trauten wir uns dann aber wieder zur Botschaft um unser Visum abzuholen. Wieder die Geschichte mit der Liste, diesmal erschien aber auch im 24.00 Uhr noch keine Liste. Also begannen wir einfach eine eigene, mit uns an erster Stelle. Am Morgen war unsere Liste weg und eine neue Liste da, wieder mit den vier Namen vor uns, doch unsere Namen wurden freundlicherweise (wieder an vierter Stelle) eingetragen. Diesmal warteten wir länger bis wir hinein konnten. Es war richtig hart in der prallen Sonne und vor lauter Nervosität hatten wir beide kaum geschlafen. Voller Freude stellten wir fest, das unser Visum schon da war und eigentlich auch schon nach 10 Tagen fertig gewesen wäre. Jetzt konnte uns nichts mehr halten und wir fuhren direkt nach Samarkand und über Bukara an die Grenze.

Samarkand und vor allem Bukara sind Städte wie aus 1001 Nacht. Die Altstadt und die Moscheen in Bukara erinnern wirklich stark an orientalische Märchen. Obwohl wir es kaum erwarten konnten über die Grenze zu kommen, haben wir diese letzten Eindrücke geniessen können.

Die Turkmenische Grenze war relativ easy. Es gibt zwar etwas Papierkram zu erledigen, aber der wird ganz freundlich von den Beamten übernommen. Die Einreise mit dem Fahrzeug kostete uns ca. 130 Dollar (für Reisebusse, für Lastwagen mehr). Aber schön legal ohne irgendwelche Schlepper oder dubiose Kostenaufstellungen. Wir konnten sogar unsere Transitroute an der Grenze so abändern lassen, dass wir über Ashgabat in den Iran einreisen konnten. Leider haben wir  die ausgestellten Papiere nicht kontrolliert und so ist es uns entgangen, dass wir dort als Reisebus vermerkt wurden, obwohl wir (unter 3.5 Tonnen) ein Auto gewesen wären. Das hätte dann nur 20-50 Dollar gekostet. Gemerkt haben wir das dann bei der Brücke in die erste Stadt. Die wollten doch tatsächlich 50 Dollar von uns um eine Brücke zu überqueren welche eigentlich nur aus zusammengebastelten Flossen bestand. Bei uns würden nicht mal Fussgänger über die Brücke gehen.

Da in Turkmenistan alles sehr ernst genommen wird, es keine Ausnahmen gibt und lange diskutieren auch nichts nützte, sind wir wieder zurück an die Grenze gefahren um unseren Bus als Auto umschreiben zu lassen. Wir mussten warten bis die Mittagspause um war und da der Chef dort nach der Pause noch ziemlich betrunken war, haben wir unser neues Kreuz am richtigen Ort problemlos erhalten :-) Die Brückenüberfahrt hat uns danach nur noch 10 Dollar gekostet. Zwei Tagesbudgets eingespart prima :-) Die 130 Dollar waren aber weg.

Die Turkmenische Regierung möchte eigentlich keine Touristen im Land und das haben wir auch an den meisten Strassensperren oder Polizeikontrollen zu spüren bekommen. Die Polizei ist da etwas mufflig drauf und im Gegensatz zu allen anderen Ländern die wir bereist haben eher unfreundlich.
Unsere östliche Route durch Turkmenistan fanden wir etwas öde. Die Landschaft hat uns nicht besonders vom Hocker gehauen. Deshalb sind wir den ganzen Tag durchgefahren. Wir empfehlen die westliche Nord-süd-Route durch Türkmenistan. Spät am Abend haben wir uns etwas abseits der Strasse in ein Feld gestellt.

Und prompt klopft es in der Nacht wieder an unseren Bus. Wir dachten, ach nein, nicht schon wieder! Das ist ja wie in Indien! Der Typ hat unseren Bus von allen Seiten abgeklopft. Wir im Halbschlaf. Echt nervig. Raphi hat dann wieder mal den gebracht. "Wir sind Touristen, wir schlafen hier, wir fahren morgen weiter, wir verstehen kein türkmenisch........" Dann liessen sie uns plötzlich in Ruhe. Irgendwie waren das Bauern, die dort ihren Traktor (Oder was war das?) abstellen wollten und das haben die dann auch gemacht, einfach neben uns, dachten wir......
Doch als wir dann am Morgen aufgewacht sind, staunten wir nicht schlecht. Die haben in der Nacht einen Sattelschlepper vollgepackt mit hunderten von Bienenstöcken neben uns geparkt und zig Bienenstöcke davon abgeladen und aufgebaut. Draussen wuselten wir wissen nicht wie viele Bienen um unseren Bus herum :-)
Und wir dachten der Bauer sei nervig, dabei standen wir anscheinend auf dem "Mobilen-Bienenstock" Parkplatz! Die Bienenzüchter hatten sicher auch nicht schlecht gestaunt, als sie unseren komischen Bus in der Nacht dort vorgefunden haben.

Wir hatten sowieso nur ein 5 Tage Visum und fühlten uns nicht sonderlich Willkommen in Türkmenistan, also haben wir unseren Aufenthalt in Turkmenistan ziemlich kurz gemacht. Wir sind direkt nach Ashgabat gefahren um uns die MARMORstadt von Türkmenbashy anzusehen.
Kein Scheiss... die meisten Gebäude und Gehwege sind dort aus Marmor. So was haben wir noch nie gesehen. Herausgeputzte Städte kannten wir schon (besonders von Usbekistan und China), aber das hat wohl alles geschlagen. Wir stellen uns nur noch Dubai krasser vor. So pompös, schick und sauber und doch wirkte, zumal der Stadtteil in dem wir uns bewegten, seelenlos.

Turkmenbashy, den Führer der Türkmenen (RIP) finden wir im übrigen sehr lustig. Der lustigste Diktator aller Zeiten ohne Zweifel. Dieser Typ hatte dermassen einen an der Waffel, es ist nur noch zum Todlachen. Er hat in seiner Selbstverliebtheit einen wahnsinnigen Personenkult um sich aufgebaut der Seinesgleichen sucht. Nur so mal kurz zusammengefasst, zu den hunderten goldenen Statuen (eine davon dreht sich immer zur Sonne) und Bildern seiner Wenigkeit, die alle Städte „schmücken“ kommen diverse andere lustige Geschichten. So hat er also die Monate des Jahres nach sich selber, seiner Familie und turkmenischen Helden umbenannt, er hat Schulen, eine Stadt und sogar einen Meteorit nach sich benannt, als er aufgehört hat zu rauchen hat er es in der Öffentlichkeit verboten, da ihm Goldzähne nicht gefielen, hat er diese ebenfalls verboten, er hat ein Buch geschrieben, dass jeder Turkmene lesen muss und sogar an der Autoprüfung Fragen darüber beantworten muss und zum Schluss wurde seine Asche ins All geschossen und kreist nun für alle Ewigkeit um die Erde. Wen diese verrückte Story interessiert, kann sie hier nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Saparmyrat_Ny%C3%BDazow

Ja und so sind wir nach unzähligen Polizeikontrollen aus den „Stan-Ländern“ endlich wieder in unseren geliebten Iran eingereist ☺


                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

Oh du schönes Kirgistan

(Einleitung by Linda ;) )

Wenn der Mond den Himmel der Sonne überlässt, die Sonne ihre ersten Strahlen auf die Erde wirft und die letzten Tautropfen das Gras mit einem sanften Kuss verlassen, stellt sich Kirgistan wie jeden Morgen vor den Spiegel.Es kämmt sich seine wunderschönen Samtberge zurecht und wirft einen verliebten Blick auf seine türkisblauen Seen.


Dann fragt es ganz entzückt: Spieglein Spieglein an der Wand, bin ich wohl das schönste Land?

JAAAAAAAAAA, du bist das schönste Land!!!!!!!!! Was ist das nur für eine Frage :-)))))

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Kirgistan war für uns wirklich ein besonders schönes Land. Es scheint aber nicht nur uns so zu gehen. Im Worldfactbook der CIA steht bei „Background“ für Kirgistan als erster Satz: „A Central Asian country with incredible natural beauty...“. Anscheinend war das auch das erste was dem CIA aufgefallen ist. :).

Central KirgistanLandschaftlich fanden wir Kirgistan wirklich sensationell. Es führt unsere Hitliste zusammen mit Iran und China an. „Incredible“ genau, so war es für mich. Ich kann das echt nicht beschreiben, ich kann nur auf die Bilder verweisen und auch wenn ich die Bilder teils wirklich gelungen finde, finde ich, dass sie nicht das rüber bringen können was wir sahen.

Isik kol KirgistanSchaut euch besonders die Formen der Berge an und auch die Farben. Da hat es doch echt rötlich-braune Sandberge gehabt über die dann ein grüner Teppich aus Gras gelegt war, oder einen See auf 2000 Meter Höhe umringt von Schneebergen mit türkisblauem Wasser und Sandstränden. Dann wieder endlose knufflige Graslandschaften mit Yurten und riesigen Pferde oder Schafherden und Landschaften die uns sehr an die Schweiz erinnert haben.Kirgistan

Besonders „Zentral Kirgistan“ ist ein Paradies für Overlander, denn überall gehen kleine Kiesstrassen ab und jede führt an schier unfassbar schöne und extrem abgelegene, einsame Orte an denen man bleiben kann so lange man will. Da kann dann halt auch mal eine Strasse zugeschüttet sein, aber schön ist es dort eigentlich überall.Central Kirgistan

Oft war es nicht mal nur das Auge, dass geniessen konnte sondern auch die Nase! denn in dieser Gegend wächst oft ein wilder Thymian oder Rosmarin, wir sind nicht ganz schlüssig, und dieser würzige Duft lag dann oft in der Luft. In Kirgistan spielt sich fast alles überhalb von 2000m ab, das heisst wir waren ruck zuck wieder mal auf 3500m und in einem Schneesturm und grundsätzlich war es selten mehr als 20 Grad und nachts 0-5 Grad im Bus.

Wir würden Kirgistan darum eher im August empfehlen.

Die Strassen sind eigentlich nur zwischen Osh und Bishkek und rund um den See Isik kol gut. Meistens fährt man auf sehr schlechten bis guten Kiesstrassen. Dafür bekommt man ganz leicht Simkarten mit denen man im Internet surfen kann, auch 3G, welche aber nur in der Nähe von Dörfern funktionieren.

Und sonst? Was gibt es zu erzählen? Kirgistan, Usbekistan, Tajikistan, Türkmenistan... Ich muss zugeben, ich hatte keine Ahnung von Zentralasien und für mich waren diese Länder vorher einfach die „stans“. Jetzt, nach dem ich da war wurde mir klar wie kurzsichtig ich eigentlich war.

Diese „stans“ das ist doch alles das Gleiche, wo sind die überhaupt? Also Kirgistan ist links von China und unten von Kasachstan und oben von Tajikistan bzw. Afghanistan. Alles klar? Und sind die denn alle gleich, die enden ja alle auf „stan“? Natürlich nicht! „stan“ heisst eigentlich sowieso nur „land“ oder „region“ und Kirgistan heisst also „Land der Kirgisen“. (Eigentlich übrigens "KirgisISstan", nur in Europa wir das weggelassen) Also eigentlich so wie „Deutschland“ oder „Holland“ aber halt einfach in einer anderen Sprache. Kirgisen sehen asiatisch aus ein wenig in der Richtung von Mongolen sie sprechen eine Sprache die mit der Sprache der Uiguren, Usbeken, Türkmenen und Türken verwandt ist und sie sind meistens Moslems. Allerdings ist Kirgistan etwa so islamisch wie die Schweiz christlich ist. Die Kirgisen haben vom Islam gerade so viel integriert wie es ihnen in den Kram gepasst hat als die islamischen Invasoren kamen und die junge Generation ist etwa so religiös wie die junge Generation in der Schweiz. Der Islam ist dort also extrem gemässigt und eigentlich nur bei älteren Leuten in Dörfern zu sehen.

Warum ist den Kirigistan nicht gleich Usbekistan oder Tajikistan? Warum sind nicht Holländer gleich Deutsche? Die Unterschiede sind sogar noch grösser, denn Usbeken sehen nicht asiatisch aus, sondern eher wie Iraner und ausserdem ist Usbekistan grössten Teils Wüste und Kirgistan ist fast nur Gebirge. Tajiken sprechen Farsi wie die Iraner, sondern sich also noch mal ab. Tajiken, Usbeken und Kirgisen sprechen also alle andere Sprachfamilien, die einzige Gemeinsamkeit ist der Islam, welcher aber, wie gesagt relativ unwichtig ist in Kirgistan.

Die Kirgisen empfanden wir übrigens als sehr zurückhaltend und höflich. Man könnte sagen das Gegenteil von Indern ;) Wenn sie sich aber mal überwanden und mit uns in Kontakt traten waren sie immer sehr herzlich, freundlich und hilfsbereit. Wir fühlten uns unter ihnen immer sehr wohl.

Naryn - KirgistanDa wir von China über den Torugartpass nach Kirgistan fuhren führte uns unser weg zuerst durch abgelegene Regionen von Kirgistan und wir sahen zuerst nur viele kleine Dörfer, die wirkten als wären sie noch in den 60er-70er Jahren und abgesehen von den Bergen erinnerte uns die Art wie gebaut wurde ein wenig an ländliche Gebiete in Ungarn.

BishkekIn Bishkek, der Hauptstadt, fühlten wir uns dann als ob wir zurück in Europa wären.Bzw. in Osteuropa, was für uns aber als Rückkehrer aus Indien, Nepal, China schon fast als "zuhause" wahrgenommen wird. In den Supermärkten fanden wir endlich wieder fast alles was unser Herz begehrte!

In Bishkek sieht man an jeder Ecke, dass all die „stans“ bis 1991 noch zu Russland gehörten. Die Russen haben nicht nur Gebäude, Strassen und Schrift hinterlassen, sondern auch jede Menge Russen. :) Und diese Leben in den grossen Städten in allen Schichten aber vor allem in den oberen. Russisch wird hier fast überall verstanden und Linda hat dann einfach begonnen die Leute auf Tschechisch zu belabern. Das hat mehr oder weniger, eher weniger, funktioniert. Aber auf jeden Fall besser als Englisch.

Migrol Zapfsäule in Naryn, KirgistanHabt ihr euch eigentlich mal gefragt was mit unseren Zapfsäulen passiert, wenn sie ausgewechselt werden? Nein? Aber vielleicht wo euer altes Auto hingeht, wenn es in den „Export“ geht? Ja? Nach Kirgistan! Unseren ersten Diesel in Kirgistan bekamen wir aus einer „Migrol“ Zapfsäule! Autos können in Kirgistan ohne jeglichen Papierkram eingeführt werden und das wird getan! Wir traffen mehrere Kirgisen, die ein Auto aus der Schweiz selbst nach Kirgistan gefahren haben. Egal ob links oder rechts gelenkt, in Kirgistan fährt alles herum was von einer der bevorzugten Marken Toyota, Mitsubishi, Honda, Mercedes, Audi, oder BMW kommt. Es hat auch andere Marken, aber diese dominieren stark und auffällig ist, dass Modelle die als besonders zuverlässig gelten hier besonders beliebt sind. Wer also wissen will welche Autos richtig lange halten, der muss sich nur mal in Kirgistan umsehen. ;).

Ach ja, Kirgistan war ja bei uns wegen Kravallen in den Schlagzeilen. Beim ersten mal richtete es sich gegen die Regierung, welche dann änderte, beim zweiten mal ging es leider um Konflikte zwischen Usbeken und Kirgisen in der Grenzstadt Osh. Davon spürten wir weder in Bishkek noch in Osh etwas. Es wurde uns aber gesagt, dass in Osh immer noch starke Spannungen zwischen der usbekischen Minderheit und den Kirgisen bestünden. Schade, aber für Touristen kein Problem.

Kirgistan: Both thumbs up! Sehr zu empfehlen, ganz besonders für Leute die gerne mal mit dem Zelt grenzenlos wandern, in Yurten wohnen oder wie wir mit dem eigenen Auto reisen wollen. Organisierten Tourismus gibt es aber (zum Glück) kaum.

China - Das Land der Überraschungen

Eigentlich würde es sich anbieten diesen Bericht mit einigen Vorurteilen über China zu beginnen, so wie ich das beim Iran getan habe. Aber wir alle kennen die Bilder die wir von China haben also lass ich das diesmal einfach :). Es ist wie immer nicht einfach gut oder schlecht und wie bisher in jedem Land gibt es einen Unterschied zwischen Chinesen und China oder Iranern und Iran. Zu Beginn möchte ich aber sagen, dass wir nur den westlichen Teil Chinas, westlich von Xining, bereist haben. Das ist der bevölkerungsärmere und weniger entwickelte Teil Chinas.

Es ist nicht zu leugnen, dass China Tibet gegen seinen Willen besetzt hat, auch nicht, dass es vor über 100 Jahren das Gleiche mit „Turkistan“ der heutigen chinesischen Provinz Xingyang der Heimat der Uiguren gemacht hat. Allerdings muss man fairerweise auch sagen, dass dies alles vor mindestens 60 Jahren und mehr passiert ist. Das macht es natürlich nicht besser, aber im Internationalen Vergleich schneidet dann China nicht mal mehr so schlecht ab, denn Israel wurde im ähnlichen Zeitrahmen im Gebiet der Palästinenser gegründet und England kämpfte noch hart darum, dass Indien ihre Kolonie blieb. Vom heutigen China hören wir, dass es die freie Meinungsäusserung unterdrückt, das Internet zensiert, friedliche Demonstrationen gewaltsam niederschlägt und die Umwelt verpesstet. Bei unserer Reise habe ich aber festgestellt, dass China viel mehr ist als das und noch ganz andere Seiten hat.

Es stimmt, China ist radikal wenn es darum geht die innere Stabilität, die Stabilität der Regierung zu wahren und die Art wie es anscheinend dabei vorgeht ist aus unserer Sicht nicht richtig. China ist politisch ein krasser Gegensatz zu der Schweiz, in der Schweiz wird jede Entscheidung ewig beredet und zerredet und am Schluss wird ein Kompromiss gemacht der allen gerecht werden soll und dafür das Problem nur halb löst und oft nichts wirklich so sehr zum besseren gewendet wie man könnte; aus Rücksicht auf jeden einzelnen. Jeder redet mit, jeder kann bremsen und selbst eine einzelne Person kann ein Multimillionen Projekt aufhalten. In China wird nicht lange gefackelt und weit voraus gedacht. Entscheidungen werden schnell gefällt und Projekte radikal durchgezogen. Da werden Strassen und Zuglinien einfach aus dem Boden gestampft ohne, dass viel diskutiert wird. Das Wohl der Einzelnen ist dabei nicht wichtig sondern nur das Wohl von allen. Es werden auch mal zum Wohl von 100 Millionen Menschen 1 Million Menschen umgesiedelt. Passend zur chinesischen Kultur, denn in China versteht sich das Individuum als Teil einer Familie und nicht als Einzelkämpfer wie wir. Individualismus hat in China keinen Platz, denn diese Kultur ist, schon immer, kollektiv, es soll allen gut gehen, gleich gut, Extrawürste gibt es nicht und so wird regiert. Wer aus der Reihe tanzt kriegt aufs Dach und nicht zu wenig.

Was bedeutetet denn das für Minderheiten in China? Man könnte natürlich denken Tibeter oder Uiguren werden in China wo es geht sabotiert und wenn möglich bald möglichst vertrieben oder ausgerottet. In Wahrheit ist es aber so, dass China diese Minderheiten tatkräftig unterstützt solange und vielleicht auch damit sie sich fügen. Zum Beispiel dürfen Chinesen (bekannterweise) nur ein Kind haben, Uiguren und Tibeter in China aber drei. Chinesen zahlen für die Schule, Tibeter und Uiguren nicht. (Anscheinend sei aber die Qualität der Schulen schlechter). Zudem hat China die Uiguren in der Verschriftlichung ihrer Sprache unterstützt und dafür gesorgt, dass Chinesen und Uiguren in schulischen Einrichtungen die Sprache studieren können und somit einen wichtigen Grundstein für die Erhaltung der uigurischen Kultur gelegt. Uiguren leben ihren Islam und Tibeter ihren Buddhismus in Frieden und aller Öffentlichkeit aus, China hindert sie nicht daran, obwohl es als Staat Religion ablehnt.

Im Iran und der Türkei war auffällig, dass die Regierung sich um grenznahe Regionen in welchen Minderheiten leben (in der Schweiz wäre das z.B. das Tessin) weniger kümmert. Nicht so in China. China investiert ungeheure Mengen an Geld darin in den hintersten Winkel des Landes bis an die Grenzen von Kirgistan und Nepal moderne Infrastruktur und super Strassen zu bringen. China schreibt Strassenschilder auf Chinesisch, der lokalen Sprache also Uigurisch oder Tibetisch und oft auch in Englisch an. Also nichts mit Ausgrenzung oder Isolation.

Aufforstung in TibetUnd andere Vorurteile? Umweltverpesster? In keinem Land unserer Reise haben wir so viele Aufforstungsprojekte gesehen wie in China. Quadratkilometerweise werden hier in der Halbwüste und im tibetischen Hochplatteau Bäume gepflanzt. Doch nicht nur das: gewaltige Windradfarmen in der Wüste liefern Strom, Strassenlaternen und Handymasten werden mit Solarzellen betrieben und in den Städten wird der Abfall getrennt gesammelt und wo es geht recycled. Die Schweiz wirkte da auf mich in einigen Bereichen fast altmodisch. Klingt doch alles ganz toll, oder?


Klar, aber es gibt natürlich auch wieder eine Kehrseite der Medallie. Zum Beispiel Tibet. „Free Tibet?“. China hat mit dem Schaffen der guten Infrastruktur in Tibet natürlich etwas erreicht, dass man mit keiner Armee der Welt schaffen konnte. Tibet ist nicht mehr Tibet, Lhasa ist nicht mehr Lhasa, Der Potala-Palast des Dalai Lama ist nicht mehr der Potala-Palast. Was ist es dann? Kurz: Tibet ist China, Lhasa ist eine chinesische Stadt und der Potala-Palast ist eine Touristenattraktion. Potala Palast & Chinese ShopsMan muss meiner Meinung nach schon ein Romantiker sein um darüber hinweg zu schauen, dass in Tibets Städten und Klöster nur wenig von der Mystik und Romantik aus Büchern wie „Sieben Jahre in Tibet“ zu finden ist. Die chinesische Regierung hat von traditionellen tibetischen Bauten nur stehen lassen, was für Touristen attraktiv ist, ansonsten sieht man fast überall nur China. Man könnte fast meinen Tibet kann sich nicht mehr befreien, denn es existiert nicht mehr. Es ist aber zum Glück nicht ganz so, denn die Tibeter haben eine stolze und starke Kultur an der sie festhalten. Die Menschen leben weiter und sie dürfen ihre Kultur leben und behalten.

Ich weiss nicht was sich die Tibeter vorstellen, aber selbst wenn China „ginge“ wäre dort noch China, denn in Tibet leben jetzt sehr viele Chinesen und die Infrastruktur von der Kanalisation bis zum Stromnetz ist komplett chinesisch. In den Städten verlieben sich Chinesen in Tibeter und das normale Leben wird wichtiger, als politische Zerwürfnisse. Für mich war es aber traurig zu sehen was mit Tibet passiert ist, auf welche Art sie heute Tibet "erobern". Unser tibetischer Guide hat am Rande mal erwähnt was jetzt die Hoffnung der Tibeter ist und wie sie vorgehen wollen. Nämlich zu akzeptieren, dass sie im Moment nichts an der Situation ändern können und ihre Energie nicht in den Widerstand gegen China, sondern in die Erhaltung ihrer Kultur und die Mitbestimmung in China zu stecken, denn diese Möglichkeiten bestehen.

Im uigurischen China ist das alles schon viel länger her und deshalb nicht so intensiv ersichtlich, doch die Strategie ist ähnlich. Aber was wir sahen, ganz besonders im Vergleich mit Nepal oder Indien, und unser uigurischer Guide uns gesagt hat: Den Menschen in China, Uiguren und Tibet geht es grundsätzlich gut. Armut gibt es nicht in der Form wie in Indien und grundsätzlich kamm man alles erreichen kann was er will, wenn er hart dafür arbeitet. Wie bei uns eigentlich, und eben, viel besser als zum Beispiel in Indien oder Nepal.

Probleme? Unterdrückung? Wer nicht spurt wie China will, wird unterdrückt, das soll so sein, aber China gibt den Menschen im Moment auch sehr viel um ein wirklich gutes Leben zu führen. Meiner Beobachtung nach entstehen viele Probleme der Minderheiten in China eigentlich durch die Menschen selbst aber gesetzlich gesehen scheint China sich grosse Mühe zu geben Minderheiten zu stärken. Probleme entstehen durch „Wir - und - Ihr“ Denken von Uiguren, Tibetern und Chinesen, die sich den gleichen Lebensraum teilen. Uiguren die keine Chinesen einstellen, Chinesische Beamte die Uiguren benachteiligen und umgekehrt und so weiter. Wenn man es so anschaut, dann haben sie ähnliche Probleme wie wir in Europa, denn auch uns bereitet das Zusammentreffen von fremden Völkergruppen Probleme.

Ich finde die Erhaltung der eigenen Kultur lobenswert und wenn es um positive Dinge geht auch gut und erstrebenswert, aber ich persönlich glaube auch, dass Chinesen, Uiguren, Moslems, Christen, Schweizer und alle anderen einsehen müssen, dass die Zeiten des „Wir und Ihr“ vorbei sein könnten. Die Frage die sich alle stellen müssen, ist ob es nicht am besten ist wenn sich Hautfarben, Augenformen, Kulturen und Religionen auflösen und ihre besten Eigenschaften sich vermischen. Wir müssen alle von einander Lernen und wie die Zukunft aussehen könnte macht Europa vor: Länder die sich von 60 Jahren noch auf den Tod bekämpft haben sind in einer Union geeint, die Grenzen sind offen. Klar, es gibt noch Probleme, gerade jetzt, doch das ist doch nur natürlich und ich hoffe, dass sich alles einpendelt und Europa nur der erste Schritt ist zu einer Welt ohne Grenzen. Je mehr sich die Lebensstandarts einander angleichen, desto mehr wird das auch möglich, denn was ich in China gesehen habe ist, dass wenn es den Menschen grundsätzlich gut geht, dann fallen die Schranken und Tibeter heiraten Chinesen und Moslems heiraten Atheisten und deren Kinder tragen das Beste der beiden Kulturen oder Religionen in sich. Tibet wurde von China besetzt, doch vielleicht ist das in 100 Jahren gar nicht mehr relevant, weil dann sowieso alle asisatischen Länder zur ASIU zusammengeschlossen sind. Wer weiss?

ChinaSo viel politisches und kulturelles gequasel. Und das Land? Ja das Land. Seufz. Fantastisch! Wunderschön, umwerfend, atemberaubend, faszinierend, unglaublich, vielseitig, unvergesslich, landschaftlich das schönste Land unserer Reise. Wir dachten der Iran wäre nicht zu schlagen, aber China hat es geschafft. Es ist eigentlich unbeschreiblich, was wir gesehen haben kann kein Atlas und keine Bilderserie wiedergeben. Von 5300 Meter hohen Pässen und -10 Grad auf dem tibetanischen Hochplatteau bin auf -100 Meter in Turfan und Temperaturen über 40 Grad und das alles innerhalb von vier Wochen. Wüsten eingegrenzt von schneebedeckten Bergketten mit 5000ern die im Atlas nicht mal einen Namen haben obwohl sie fast so gross wie die Alpen sind. 200 km Sanddünen in vollendeter Perfektion in alle Richtungen in der Taklamakan, sanfte, hügelige Graslandschaften mit 1000en von wolligen, knuffligen Yaks und Schafen grenzen an einen Süsswassersee mit der Grösse der Schweiz. Burning mountains ChinaZerklüftete rote Cannyons, Sandsteingebirge in Farben und Formen wie im Bilderbuch, grüne Städte und topmoderne Metropolen mitten in der Wüste. Einfach unbeschreiblich. Ganz besonders vielseitig und erwähnenswert war eigentlich die Fahrt hinunter vom tibetschischen Hochplatteau (meistens auf über 4300 Meter) bis zur Stadt Xining auf knapp 1000 Meter und von da bis zum Endpunkt der grossen Mauer von China vor welcher wir mit dem Auto direkt stehen konnten. Die Vielfalt an Landschaft war schlicht unfassbar für mich.

Taklamakan ChinaGekrönt wurde alles dann aber doch noch von der Takla Makan wo wir uns auf Sanddünen austoben konnten. Etwas vom leblosesten, dass die Natur zu bieten hat doch die Natur formt es in vollendeter Schönheit. Die Formen der Dünen, die Kurven, die Grate, unsere Spuren im Sand welche vom Wind inner Kürze wieder verweht werden und der natürlichen Schönheit ihren Raum wieder geben. Für mich war es zum ersten mal Wüste und etwas vom schönsten, dass ich in meinem ganzen Leben gesehen habe.

China hat mich nicht zum letzten mal gesehen. Das Reisen mit dem eigenen Fahrzeug war teuer, denn die Einreise kostet einiges und die obligatorischen Guides (in unserem Fall meistens nett) kostet auch, aber es war jeden Franken wert. Diese Ecke von China ist als normal Tourist kaum zu bereisen, mit dem eigenen Auto aber schlicht weg genial. Kaum Verkehr, super Strassen überall, Campen kann man wo man will an wunderschönen Plätzen von welchen es so viele hat, dass wir die Besten nicht mal erwähnen, weil sowieso jeder ganz einfach tolle Plätze findet.

Ansonsten gibt es allerlei interessante Details über unseren Aufenthalt in China. Die Strassen sind wie gesagt allesamt in super Zustand und die Leute halten sich mehr oder weniger an die Regeln. Insgesamt ist der Lebensstandart der Menschen relativ nahe an mittlerem europäischen Niveau, ebenbürtig oder teilweise sogar darüber.

China cityDie Städte, die wir gesehen haben waren alle auffällig grün, sauber und vermittelten ein Gefühl von Platz und Weite. Die Atmosphäre war durchwegs angenehm, offen und Abends waren viele Menschen auf den Strassen und grossen Plätzen und genossen friedlich das Stadtleben. Auf mich machten die Städte einen ausserordentlich lebenswerten Eindruck, denn überall hat es Bäume und auch grüne Parks manchmal sogar mit künstlichen Seen, was alles zwar sehr künstlich und rausgeputzt aber doch angenehm wirkt. Ich bin gar kein Stadtmensch, aber in den Städten die wir gesehen haben könnte ich es aushalten. Dabei war voll beeindruckend, dass man oft hunderte Kilometer durch die Halbwüste fuhr und dann kam wieder eine knutschgrüne Stadt, wie immer umringt von einem grünen Gürtel aus Bäumen und Feldern. Erstaunlich waren auch die vielen Elektromotorräder in den Städten, so etwas ist bei uns selten oder gar nicht erst zugelassen. In Chinas Städten sausen dauernd die Leute auf Elektrorollern in allen Farben und Formen an einem vorbei was super für die Luft ist.

Besonders lustig waren übrigens unsere Supermarktbesuche bei denen wir immer von mindestens 5 Verkäufern auf Schritt und Tritt verfolgt wurden. Sie wollten uns ja nur helfen, redeten auf Chinesisch auf uns ein und konnten gar nicht verstehen wie wir Europäer nur in ihrem Supermarkt auftauchen konnten. Endlich konnte ich mal sagen "das ist alles nur chinesisch für mich" und das habe ich dann auch getan, auf Schweizerdeutsch versteht sich, denn Englisch kann da kaum jemand. Die Supermärkte sind überraschend ähnlich in den Preisen wie Europa. Schon günstiger, aber nicht viel. Insgesamt fanden wir übrigens die Chinesen sehr nett und lustig. Die Tibeter ebenfalls, wobei Tibetische Bettlerinnen eine Erwähnung verdienen weil die immer sehr unhöfflich (sie strecken die Zunge raus) reagierten wenn wir nichts gaben. Die Uiguren waren auch nett, gafften aber immer sehr aufdringlich wenn sie uns sahen und fahren nicht sehr rücksichtsvoll Auto. Nie hat uns jemand versucht zu bescheissen, das war echt wieder mal schön. Ach ja! Das chinesische Essen hat es mir sehr angetan, absolut lecker und vielseitig, auch gesund sogar.

Total unlogisch waren die Preise von Elektronikartikeln: Markenelektronik ist gleich teuer wie bei uns und die billig-China-Elektronik von Ebay findet man eher selten. Fake-Produkte gibt es vor allem bei Handys, Autos und Kleidern, da aber in aller Dreistigkeit. Ich habe kein Ipodladekabel unter 13Fr gefunden, hätte aber für 70Fr eine ganze Waschmaschine kaufen können und für eine Kleiderwäsche in einem Hotel mussten wir 50Fr zahlen. Preise sind in China oft ein riesen Durcheinander. Solarzellen kosten hier übrigens die Hälfte bis zu einem Viertel der Preise in Europa. Da wundere ich mich wie das möglich ist, denn die Solarzelle, die ich in Europa gekauft habe kommt auch aus China und sonst schaffe ich es bei allen Produkten die aus China kommen auch in Europa nahe an den Chinapreis zu kommen. Wir haben jetzt noch zusätzliche 90W auf dem Dach für knapp 100Fr.

Plastikkamel China Great WallAuch erwähnenswert die unglaubliche Netzabdeckung von China Mobile ich hatte eigentlich immer Internet, selbst in der Wüste. Es gibt hier Head and Shoulders, Coca Cola und Grüntee Sprite aber keine Schokobrotaufstriche und keine Corn Flakes was ich nicht so toll fand :) . Dafür konnten wir mit Postkarte, Maestro und Kreditkarte an fast allen Bankomaten Geld beziehen.

Ich hatte oft das Gefühl Chinesen stehen auf künstliches und sehen nicht wirklich den Unterschied zwischen „echt“ und „unecht“. In den Supermärkten werden Kekse einzeln verpackt verkauft, es gibt Gummi-drinks (teils auch echt lecker) ohne Ende und selbst das Gemüse ist alles in Plastik verpackt. In Kashgar wird die Altstadt abgerissen und ein Teil davon, anscheinend erdbebensicher, künstlich wieder neu gebaut, für die Touristen versteht sich. Die chinesische Mauer wurde in einem Abschnitt total renoviert und niedliche Plastikkamele sorgen für Seidenstrassenambiente. Bäume und Holzbauten um Touristenattraktionen sind nicht selten aus Beton das auf „echt Holz“ getrimmt ist. China sieht nicht ein was der Unterschied ist, wenn es am Ende doch (fast) gleich aussieht. In China redet übrigens auch alles künstlich mit einem. Bankomaten, Taschenrechner, rückwärtsfahrende Autos alles teilt sich mit Computerstimmen mit :) .

Zur Zensur in China kann ich folgendes sagen. Innert 5 Minuten hatte ich über einen VPN-Server Zugriff auf Facebook und einen unzensierten Google.com. Google.ch ging sowieso ohne Einschränkungen und Wikipedia auf Deutsch ebenso. Wie schlimm ist diese Zensur wirklich? Ein Chinese der will kann sich jede Info beschaffen die er will, auch unentdeckt. Die Frage ist viel mehr, ob sie das wollen und tun. In Indien gibt es so eine Zensur nicht und doch wissen die meisten Menschen nicht, dass es einen Landweg von Europa nach Indien gibt und vom 2. Weltkrieg oder Hitler weiss auch kaum jemand etwas. Die Zensur ist schlecht, aber was ich viel schlimmer finde, ist dass die Menschen in Indien und auch China grundsätzlich extrem wenig über die Welt wissen, sie wissen nicht mal die unzensierten Sachen, also wozu sich darüber aufregen, dass es zensierte Inhalte gibt? In chinesischen Zeitungen wird berichtet, dass Gadaffi ein guter Kerl ist, klar China ist immer gegen Aufstände gegen die Regierung und somit auf deren Seite. Unsere Zeitungen berichten das Gegenteil. Wer hat recht? Wir wissen ja auch alles nur aus Zeitungen und was ich aus Zeitungen über China oder Iran gewusst habe war zwar nicht falsch, aber doch SEHR einseitig wie ich auf dieser Reise eben hautnah erfahre.

Bottom line: China war richtig toll. Ein tolles Land. Next Stop: Kirigistan! Und von nun an geht es nur noch westwärts und ich habe schon richtig Heimweh. Ich vermisse meine Familie, meine Freunde, meine alte Stelle in Jonen, meine Katze, Käse, Brot, Elmex und eine warme Dusche wann immer ich will. :)

Unten hat es auch noch Lindas Bericht ueber Tibet! :-)

Als Info für alle Overlander die das mal machen wollen:

Unser Agent war Lun Wang ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. - 0086 13909923337) und der Beste unserer drei Guides war der chinesische "Rik" Wang Yun Zhen. Er hat fast immer im Zelt geschlafen und so mussten wir mit den Autos nicht immer in Städte und auf Parkplätze sondern konnten fast immer an wunderschönen Stellen in der Natur campen. Die Einreiseformalitäten für ein Auto sind ca. 1000-1300 Dollar, inklusive Versicherung und allem drum und dran. Für jedes weitere Auto der Gruppe kommen noch ca. 300-500 Dollar dazu, als Gruppe kann man so die Kosten pro Auto dann senken. Der Guide kostet pro Tag ca. 100-150 Dollar je nach Grösse der Gruppe er muss sich mit dem Geld aber selbst verpflegen und seine Unterkunft selbst bezahlen. Lun Wang und Rik bekommen beide unsere volle Empfehlung.

Das Reisen in der Gruppe stellte sich aber für uns als sehr schwierig heraus. 5 Autos, 12 Personen und ebensoviele Meinungen. Städtebeschauer gegen Naturfreaks, Vegis gegen Fleischfresser, Schnellfahrer gegen Langsamfahrer, Frühaufstehen gegen Langschläfer, zuverlässige Autos und unzuverlässige Autos, Nichtssager gegen Rumschreier, Optimisten gegen Pessimisten, Durchfahrer gegen Photostopper und Selberkocher gegen Restaurantesser. Man könnte meinen vieles davon kommt aneinander vorbei, doch das ist leider nicht immer so und war in unserer Gruppe zu oft nicht so. Für mich war es sehr schwierig und die Gruppe hat meine schlechtesten Seiten zum Vorschein gebracht. Gegen den Schluss fühlte ich mich nicht mehr wohl und auch nicht willkommen. Wir reisten eigentlich mit ganz tollen Menschen, wirklich. Doch: nobody is perfect. Jeder hat Schwächen und jeder hat Interessen. Ich versuchte, dass nicht zu vergessen und gab mir Mühe nicht nachtragend zu sein und jeden so zu nehmen wie er ist so gut es ging. Es ist mir sicher nicht immer gelungen, doch gelernt habe ich dabei vieles.

Umgekehrt gab es in der Gruppe viele die von Anfang an und bei jeder Gelegenheit bekundet haben, dass sie kein Interesse an der Gruppe haben und diese für sie nur eine Last ist. Das hat in meinen Augen das ganze Gefüge von Anfang an zu sehr untergraben als das es hätte funktionieren können. Auch muss ich mir selber zuschreiben, dass ich mich als absolut unfähig erwiesen habe mit Pessimisten in der Gruppe umgehen zu können. Für mich als blauäuger war von Anfang an klar, dass wir nach China einreisen können, wir dort eine tolle Zeit haben werden und alles ohne grössere Probleme klappen wird, so wie unsere gesamte Reise bisher. Linda und ich haben während unserer ganzen Reise stets versucht positiv zu denken, positive Voraussichten zu haben und bei negativen Vorkommnissen trotzdem bescheiden und dankbar zu sein. Und plötzlich war ich in der Gruppe mit Menschen konfrontiert die dazu tendieren bei Problemen oder der Aussicht auf ein Problem den Teufel an die Wand zu malen und bei Unstimmigkeiten für meine Verhältnisse schnell zu resignieren und sich zu beschweren. Das hat mich fast zum Wahnsinn getrieben. Plötzlich mussten Fahrplanungen auf „Aber was ist wenn....“ aufgebaut werden. Es ist ja überhaupt nicht so, dass Linda und ich jedes beliebige Risiko blind eingegangen wären, aber welches „wenn aber“ in einer Entscheidung Gewicht erhält und ob die „Gefahr“ an einem Ort ein oder zwei Tage festzuhängen wirklich eine Gefahr ist bleibt im Auge des Betrachters und unterscheidet sich vom Optimist zum Pessimist gewaltig. So kam es dann auch vor, dass wir wegen eines "was ist wenn..." (welches eigentlich nie eintraff) an schönen Orten nur kurz halten "konnten" oder wir für etwas, für das wir gerne Zeit gehabt hätten keine Zeit hatten weil vorher andere bekommen haben was sie wollten. Und so ging es wahrscheinlich allen.

Etwa zur Halbzeit hat sich die Gruppe dann getrennt, wir und die anderen zwei Parteien die sich schon von Indien und Nepal her kannten blieben zusammen. Trotzdem blieb es schwierig. Eben, Individualisten, Europäer halt. Ich war nicht in der Lage damit um zu gehen. Vielleicht beim nächsten mal, oder wie unser tibetischer Guide sagen würde: Next Life! ;)

Tibet - Wo Yaks im Himalaya grasen

 

Da stehe ich nun auf über 4800 Metern im Himalaya und schaue einem schwarzen wuschlig, knuffligem Yak in die Augen. Was für eine Ausstrahlung, was für ein Tier.Yak Yak Yak

Doch mit dem eigenen Auto nach Tibet einzureisen war nicht ganz einfach. Der Krimi hat schon in Kathmandu angefangen, als wir einen Tag vor Abreise immer noch keine schriftliche Einladung von Tibet in der Hand hielten. Wirklich erst am Abend vor unserem letzten Visumtermin ist sie dann eingetrudelt und wir konnten unser China-Express-Visum in einem Tag beantragen und es am Abend vor der Abreise abholen. Was für ein Nervenkrieg :-)

Am Sonntag standen wir dann vollzählig und pünktlich mit unseren 5 Autos an der Chinesischen Grenze. Unser Tibetguide war auch schon da und liess uns wissen, dass die Einreise nach Tibet am Sonntag nicht möglich sei. Nicht gut.....
Da der Guide aber irgendwelche Connections zum Zoll hatte, konnten wir schon mal über die Grenze fahren.

In China über die Grenze zu fahren ist relativ lustig. Zuerst wollten sie, dass wir unsere Fahrzeuge ganz ausräumen und alles Hab und Gut durch das Zollhaus tragen. Nach der Untersuchung des ersten Fahrzeuges, merkten sie dann schnell, dass das 2 Tage dauern würde und verzichteten darauf. Was für ein Glück.
Dazu erhielten unsere Fahrzeuge noch eine "Zollwäsche", leider ohne Unterbodenwäsche. Am chinesischen Zoll werden nämlich alle Fahrzeuge von aussen desinfesziert. Etwa so wie in der Waschstrasse, echt klasse.

Die Zollbeamten waren sehr nett, sie haben unsere Mathmi einwenig durchsucht und sogar Raphis Kleider wieder sorgfältig in den Kasten eingeräumt. Das hat bis jetzt noch kein Zoll für uns gemacht. Sehr nett, danke.

Im nächsten Dorf mussten wir dann in einen Innenhof einparkieren und dort standen wir dann auch für die nächsten 2 Tage, weil anscheinend eine Unterschrift eines Offiziers aus Lhasa fehlte. Was da wirklich im Busch war, wissen wir bis heute nicht, da sich unser Guide immer wieder in Wiedersprüche verstrickte. Eins ist jedoch klar, in
China müssen immer kleine "Geschenke", wir nennen es "under table money", an Offiziere oder Staatsangestellte gemacht werden, damit etwas in Bewegung kommt. In unserem Fall ging es um die Bewilligung für die Fahrzeuge, welche aus irgendwelchen Gründen noch nicht bereit lag.

Abfahrt im KonvoiAls wir uns am Abend des zweiten Tages bereits in unseren Bus einwenig genervt einkuscheln wollten, kam plötzlich die Bewilligung zum weiterfahren....juheeee.....wir waren so was von erleichtert.
Da es schon nach 6 Uhr Abends war, fuhren wir dann auch nicht mehr so weit und liessen uns bereits vor dem ersten hohen 5000er Pass bei Schneesturm und eisiger Kälte in einem kleinen Bergdorf auf etwa 3200 Meter über Meer zur Ruhe.

Die erste Nacht im Himalaya war bereits sehr heftig. Eisige Kälte und die Höhe liessen uns  nicht besonders gut schlafen. Doch am Morgen wurden wir dafür mit blauem Himmel und grandioser Sicht auf die Berge geweckt. Nyalam
Der erste Tag im Himalaya Gebirge und in Tibet war für uns fast am eindrücklichsten, weil es neu war und wir endlich unser Ziel erreicht haben in Tibet zu sein. Wie wird Tibet wohl sein und wie wird sich Tibet für uns anfühlen? Die Fahrt durch das Gebirge war unbeschreiblich, ich glaube den Himalaya kann man Gefühlsmässig gar nicht beschreiben. Er ist ein sanfter Riese mit einer unglaubliche Ruhe und Stärke in einem.....etwa so....schaut euch am besten einfach die Bilder an.
In Tibet hat unser aber nicht nur der Himalaya und wenig Sauerstoff den Atem geraubt, sondern auch die Vielfalt an knuffligen Tieren, die dort über 4000 Meter grasen. Da gibt es mal die Yaks, die nur in dieser Höhe existieren können. Was für ein Tier, ich meine wirklich, was ist das nur für ein knuffliges, kurrliges, gehörntes Tier, das versucht einer Kuh ähnlich zu sehen?
Tibetische HochlandgeisDann gibt es dort die tibetischen Hochlandgeisen, die ebenfalls ein langes, knuffliges Fell tragen und Hörner mit psychedeliksten Windungen ihre Köpfe schmücken. Die kleinen Geisslein sind so wuschelig, dass sie wie junge Hunde aussehen....Köstlich.
Auch die Hunde und Schafe haben im Tibet das Hochlandkuschelknuffelfell, in was man sich am liebsten einfach einkuscheln möchte. Wir konnten uns das jööööö und ach wie herzig alle 10 Minuten nicht verkneifen.
Im Übrigen tragen auch die Kinder im Tibet den Knuffellook, da sie oftmals ziemlich verfilzte Haare haben :-)

Ach ja....wo war ich schon wieder...genau...wir fuhren also Richtung Shigatse um unsere Nummernschilder für die Fahrzeuge und unsere Driver License zu machen.
Natürlich mussten wir wieder eine ganze Weile warten....Die Beamten in Tibet arbeiten von 10 - 12 Uhr und von ca. 4 -6 Uhr...nicht gerade viel und da am Vormittag niemand Lust hatte sich uns anzunehmen schlugen wir die Zeit in einem muslimischen Restaurant mit übermässig viel Essen tod.

Am Nachmittag musste je ein Fahrer pro Fahrzeug beim Polizeioffizier antraben und sich die Verkehrsregeln anhören, Passfotos für den Ausweis machen und fast fertig. Denn bevor wir die Nummernschilder und Ausweise erhielten mussten unsere Autos noch beim chinesischen Strassenverkehrsamt geprüft werden. Zu unserem erstaunen waren die Bremsen aller unserer Fahrzeuge nicht genügend.....genau....so ein Zufall.....
Durch ein kleines "Geschenk" an die zuständige Stelle, von 50 Yuan pro Wagen, konnten wir dann doch mit einem Genügend davonrollen. Perfekt inkorrekt :-) Chinesisches Strassenverkehrsamt

Nach einem Klostersightseeing, fuhren wir dann samt allen nötigen Dokumenten am Abend aus der Stadt raus. Unser Guide "Wan Chuck" war meiner Ansicht nacht nervig, weil er nicht aufrichtig zu uns war und wegen einer weiteren Bewilligung nach Lhasa drängte. Dabei wussten wir nichts von einer weiteren Bewilligung und fanden deshalb sein drängen etwas suspekt. Seine eher gestresste Art und Campingunfreundlichkeit, machten  die ersten Tage in Tibet etwas anstrengend für uns. Darum möchte ich hier an dieser Stelle einen kleinen Wan Chuck Limerick aus seinen englisch Ticks platzieren:

"So what im going to telling for you is, that what we do, is useless, but what I can telling you for now is, that it is up to you...that is my idee"

genau....so wars etwa bis Lhasa....

Lhasa....was für die einen der Höhepunkt der Reise in Tibet darstellte war für uns der Tiefpunk Tibets. Die Hauptstadt von Tibet hat sich für uns ganz und gar nicht tibetisch angefühlt. Lhasa ist eine super moderne chinesische Stadt, wo man das alte Tibet, in den kleinen Seitenstrassen suchen muss. Überall ist grosse Polizei- und Militärpräsens. Keine Ecke bleibt verborgen, die Kamera auch in den kleinsten Gassen sieht alles. Die Altstadt von Lhasa ist übersäht mit Touristenständen, die irgendwelchen tibetischen Schnickschnack verkaufen welcher in Nepal hergestellt wird, einfach grässlich. Als wir dann endlich vor der Potala (dem ehemaligem Sitz des Dalailama) standen, kamen mir Potalanur noch die Tränen. Da standen wir auf einem riesigen weissen Platz, der aus dem Boden (oder besser gesagt ehemaligem See) gestampft ist. Wenn man seine Tasche auf den Boden abstellt, wird man von der Polizei ermahnt, diese wieder aufzuheben. Kontrolle pur. Einfach schrecklich.....Wir spürten nur Leere und Trauer und machten uns schon nach einer kurzen Weile aus dem Staub. In Lhasa wurde die Unterdrückung und Kontrolle von Tibet schmerzend sichtbar. Mehr über die Tibetsituation schreibt aber Raphi in seinem Chinabericht. Eins wurde uns jedoch auf der Fahrt durch Tibet klar. Tibet gibt die Hoffnung eines Tages wieder frei zu sein nicht auf und zählt auch auf die neue Generation von Tibetern und Chinesen. Das ist doch irgendwie trostspendend.

Neue Hoffnung hat auch unser neuer chinesischer Guide "Rick" gebracht, der am Abend jeweils zack zack sein kleines Zelt im freien aufstellte und mit uns an den wildesten Orten campte. Einfach herrlich. Er war ein grundehrlicher und lustiger Mensch, es war wirklich eine grosse Bereicherung ihn als Guide dabei zu haben.

Die tibetische Hochebene war ein wahres Highlight für uns Tieflandnasen. Wir fuhren etwa eine Woche auf ca. über 4000 Metern. Das Land da oben war eine grosse weite Fläche, wir hatten oft fast vergessen wie Hoch das wir ständig waren. Wenn wir dann einen 5000 Meter hohen Pass überquerten, viel diese Höhe gar nicht mehr ins Gewicht. Nur wenn wir auf unserem Navi wieder die Höhe abriefen, versetzte uns diese faszinierende Ebene ins volle Staunen. So eine Passüberquerung zog sich Passhöhemanchmal den ganzen Morgen hin. Wir fuhren nur ganz langsam immer höher und auf einmal standen wir da erstaunt wieder auf einem Pass. Da sind die schweizer Pässe, welche man innerhalb einer Stunde überquert "Pillepalle" dagegen. Die Pässe in Tibet sind immer mit tibetischen Gebetsfahnen und kleinen Tempeln geschmückt. Da macht es richtig Spass ganz oben anzuhalten und sich im farbigen Fahnenmeer zu verlieren.

Die Höhe und auch die kalten Temperaturen machten unseren europäischen Körpern das Leben aber nicht ganz einfach und so waren wir dann nach dieser Zeit doch froh wieder etwas in gewohntere Höhenmeter hinunter zufahren.
So schnell liessen uns die Berge aber nicht gehen. Der Himalaya verabschiedete sich von uns mit einem majestätischen Abgang. Komische Knubbelberge und  tiefe unbeschreiblichFurchen in der Erde, welche kleine Canyons bildeten, liessen unseren Atem noch das letzte mal stocken. Was für ein unglaublich schöner Anblick, was für ein unbeschreiblich schönes Land.

In der Zwischenzeit bin ich wieder auf gewohnter Höhe und habe die knuffligen Yaks, Ziegen und Schafe hinter mir gelassen.
Jetzt träume ich bereits von den vergangenen Tagen in der Takla Makan Wüste und von wilden Kamelen und Wüstenmäusen :-)

China - we are here!!!!

Endlich nachdem wir 2 tage am chinesischen zoll festgehalten wurden, sind wir in tibet unterwegs nach lhasa :-)

ABC – Annapurna Basecamp Experience

 

Durch das Annapurna Sanctuary zu laufen, im Tal der Grossen weissen Riesen zu sein und zum Schluss im Kessel umgeben von 6000 – 8000 Meter hohen Bergen zu stehen war das Ziel unseres Treks. Wir waren richtig aufgeregt, denn 8 – 10 Tage waren Raphi und ich noch nie Trekken und auch die Vorfreude war wohl gross, deshalb haben wir die Nacht vor dem Beginn des Treks, fast kein Auge zugetan. Zu der anfänglichen kleinen Gruppe von Raphi, André, Donat und mir sind noch Nils, Nick, Martin, Christa und Kölbi (welche alle mit uns durch Tibet fahren) dazugestossen. Wir haben unsere drei Autos (Cruisy (Christa und Kölbi), Feuerwehrlaster (der Jungs) und Mathmi) in einen kleinen Innenhof in Nayapul für 100 Rps am Tag pro Auto parkieren können, echt gut und sicher. Das wir alle drei dort reinpassten, war echt ein Wunder, denn der Innenhof war wirklich sehr klein. Bevor das Wunder aber möglich war, mussten alle Jungs einen kleinen Pickup, der uns den Parkplatz nahm einwenig umparkieren. Umparkieren Overlanderstyle.....Einfach einwenig anheben und nach vorne tragen :-) Wir haben unser einparken und umparken so geschickt gelöst, da hat sogar der Besitzer des Landstückes nicht schlecht gestaunt. Nicht schlecht gestaunt hat wohl dann auch der Besitzer des kleinen Pickups, welcher nun einen neuen Parkplatz hatte.

steil steil steilAm ersten Tag sind wir schnurstracks noch von Nayapul nach Ghandruk gelaufen. Die erste Etappe führte uns zuerst einer Schotterstrasse entlang. Zu Beginn dachte ich, cool dass auch noch André (Zwieback) dabei ist, der ist sicher nicht so schnell, doch weit gefehlt. Dieses knusprige Brotgebäck legte ein Tempo vor, da konnte ich echt nicht mithalten. Schnell wurde hier klar, wow...die sind alle sehr fit unterwegs. Nach ca. 2 Stunden hat dann das grosse Übel angefangen. Die steile Treppe nach Ghandruk war nur ein Vorgeschmack darauf, was uns die nächsten Tage erwarten würde.

Ich war nach dem Aufstieg echt geschafft und wünschte mir einen kleineren Rucksack. Doch leider hat mein „Jini Gezwinker“ nichts genützt. Da konnte nur eins helfen, nämlich alle Schokoriegel so schnell als möglich zu vertilgen. Beim Aufstieg zählt wirklich jedes Kilo, dass man dabei hat. Trotzdem fühle sich die Anstrengung am Abend sehr gut an. Wir haben dort oben auch gleich ein urchiges Guesthouse für nur 75 Rps pro Nase gefunden und „die Einen“ konnten sogar auch heiss Duschen. Leider zählten Raphi und ich nicht zu den „Einen“.

Beim Abendessen mussten wir mit Schrecken feststellen, dass wir gar nicht genug Geld mitgenommen haben, um alle Übernachtungen und unser Essen zu bezahlen. Das schlafen ist günstig, dafür verlangen die Restaurants ein Heiden Geld für die Mahlzeiten. Ist ja eigentlich auch gerechtfertigt, wenn man überlegt, dass die das alles auf den Berg hochschleppen müssen. Zum Glück hat uns Donat 50 Dollar ausgeliehen die Raphi dort oben umtauschen konnte. Apropo schleppen, das ist ja echt krass was die dort alles nach oben tragen...genau tragen....die tragen wirklich alles da hoch, so als wäre es gar nicht schwer. Da stehe ich also schnauffend mit meinem Minirucksack und die laufen einfach mit einem riesen Holzbalken an mir vorbei.....echt crazy!crazy schlepper

Wir haben nach dieser Anstrengung ziemlich gut geschlafen und konnten auch gleich unsere neuen nepali -20 Grad Schlafsäcke ausprobieren und konnten feststellen, dass sie wahrscheinlich unsere erwarteten -5 Grad machen werden. :-)

GhandrukAm nächsten Morgen wurden wir bereits mit dem unglaublichen Blick auf die mächtigen Himalaya Berge beglückt. Was für ein Anblick, was für eine Kraft die diese Riesen ausstrahlen, da konnte ich mich vor Ehrfurcht nur verneigen.

Wir waren echt erstaunt, dass wir fast ohne Muskelkater aufgewacht sind und topfit für den nächsten anstrengenden Tag bereit waren. Bereits am Vorabend haben wir uns für 7.30 Uhr das Frühstück bestellt, welches auch fast pünktlich kam aber leider nur mittelmässig schmeckte. Dann ging es auch gleich ohne Schonung wieder den Berg hoch. Zu Beginn war ich sehr gut gelaunt, doch dann ging es wieder den Berg steil hinunter und wieder Steil nach Chomrong hoch. Das fühle sich ein bisschen „Sissifussmässig“ an. Unsere Knie waren eigentlich schon ganz zittrig, als wir uns etwa um 3 Uhr entschieden noch nach Sinuwa zu laufen. Raphi und Ich waren die langsamsten und dachten...nein....dass kann es doch nicht sein.

Raphi bekam zudem nach dem vielen rauf und runter laufen schmerzen im linken Knie und humpelte grossmuttermässig den Berg hoch. Nach ca. einer weiteren Stunden fake Sinuwafragten wir auf dem Weg wie lange es noch nach Sinuwa geht und als der alte Nepali eine Stunde als Antwort gab, konnten wir es fast nicht glauben. Der sagt das sicher nur, damit wir bei ihm etwas essen, dachten wir. Wir liefen dann weiter und sahen aber bereits nach ca. 20 Minuten ein grosses Schild: Sinuwa Restaurant and Guest House....zum Glück.... und alle warteten dort bereits auf uns. Obwohl Raphi der ganzen Sache nicht ganz traute, waren wir so glücklich, das sich der alte Nepali wohl doch geirrt hat. Raphi hatte grosse Schmerzen im Knie und wusste nicht, ob er morgen weiterlaufen konnte. Kölbi entschloss sich bereits am Abend, dass er wegen seinen Knien nicht weiter gehen würde. War dies das aus für unsere lustige Truppe?

Zum Glück fühle sich Raphis Knie am frühen Morgen wieder einigermassen gut und er entschloss sich das Tal auf jeden Fall zu bezwingen. Doch der nächste Schock stand schon vor der Tür. Wir haben gar nicht in Sinuwa geschlafen, nach „real“ Sinuwa seien es ca. noch 45 Minuten den Berg hoch. Super.....“fake“ Sinuwa, nannten wir dann diesen Ort. Mit falschen Angaben locken Guesthouses Touristen an. In real Sinuwa steht dann eine Tafel: Welcome to real Sinuwa :-) da können wir nur mit dem Kopf wackeln!

Organic BambuswanderstöckeErst am dritten Tag waren wir so schlau und haben den Hightech Trekkern ein wichtiges Wanderutensil abgeschaut und uns aus Bambusstöcken Organic-Wanderstöcke zurechtgsägt. Wer hätte das gedacht, dass Stöcke helfen können. Natürlich finden wir echte selbstgeschnitzte Bambuswanderstöcke viel stylischer als die gekauften Wanderstöcke...hmhmmmm ;-)

Die Strecke von Bamboo bis nach Himalaya war eine wahre Augenweide. Sie führte uns durch einen verwurzelten und moosigen Jungel wo wahrscheinlich und ganz bestimmt Elfen und Gnome wohnen. Alles schön saftig Grün und wild. Da vergassen wir sogar fast die Anstrengung.

Eigentlich wollten wir es an dem Tag nach Deurali schaffen doch die steilen Treppen, Raphis schmerzendes Knie und schlussendlich schlechtes Wetter stoppten uns in Himalaya. Schlussendlich waren wir echt froh nicht weiterlaufen zu müssen, denn die ganze Wanderung bis Himalaya war schon sehr anstrengend. Als sich auch die schnellen fitten Jungs und Christa entschlossen in Himalaya zu bleiben, bestellten wir uns einen Heater. Ja genau, einen Heater unter den Essenstisch, der uns für den Rest vom Tag wärmen sollte. Es fing nämlich an zu schneien und wurde mächtig kalt dort oben, da bestellt man sich einen Heater oder erfriert. Ansonsten gibt es da oben weder Isolationen noch Heizungen in den Guesthouses. Aber zum Glück hatten wir ja unseren nepali -20 Schlafsack dabei :-)

Also das ist echt unglaublich, die stellen so eine Art Kochherd mit Petrol betrieben unter den Tisch, welcher mit einer Decke am Rand abgedeckt ist. So konnten wir den Rest vom Tag schön im warmen sitzen, plaudern und Tee trinken.. Das Beste war aber das super leckere Essen. Da Raphi und ich kein Abendessen zu uns nahmen, beobachteten wir einfach, was sich die anderen bestellten und merkten uns den Schmaus für das Frühstück vor. So bestellten wir uns für das kommende Frühstück ganz einfach Maccaroni with Onion, Garlic und Cheese......geil!

armer KniekrüppelDas Frühstück war dann auch super lecker und hat für den ganzen Tag satt gemacht :-) Wir waren uns nicht ganz sicher bis wohin uns dieser Tag führen sollte. Entweder schaffen wir es von Himalaya auf 2900 Meter bisAnnapurna Sanctuary MBC (Machhapuchhare Base Camp – 3900m) oder bis ganz rauf zum ABC (4130m). Das würde aber unsere Kondition, das Knie von Raphi und die Höhe bestimmen. Die Sicht war einfach gigantisch. Wir wanderten durch das Tal der Riesen und genossen bereits eine unglaubliche Sicht auf den Machhapuchhare. Dieser Berg sieht so ähnlich aus wie das Matterhorn, einfach viel grösser versteht sich. Dieser Charakterberg lässt einen fast den Blick nicht abwenden, so schön sieht der aus. Er wird von den Touristen auch Fishtail genannt, weil seine Spitze etwas fischiges hat. Wir konnten unser Wetterglück und alles rundherum fast nicht glauben., wir waren so überwältigt. Kaum zu glauben war auch, dass wir bereits um 1 Uhr beim MBC ankamen und immer noch recht schönes Wetter hatten. Nur von weiten sahen wir, wie vom Tal eine Schlechtwetterfront langsam zum Basecamp hochzog. Es war einfach viel zu früh um aufzuhören und so beschlossen wir noch vor der Front hoch zum ABC zu laufen. Die letzte Strecke im Schnee war zum Glück nicht so steil, trotzdem blieb Christa und ihr Porter Ming mit uns zusammen um falls uns das schlechte Wetter einholt in einer grösseren Gruppe zu sein. Sicher war sicher.

In der Höhe zu laufen bereitete uns fast keine Mühe. Es war aber sehr anstrengend und wir gingen das letzte Stück sehr langsam und gemächlich. Zum Glück hatte es schon viele Spuren vor uns im Schnee und wir mussten nicht im Tiefschnee versinken. Der letzte Teil der Wanderung bekam im Schnee echten Expeditionscharakter. Nur Weiss, hohe Berge und wir mit unseren Stöcken, Rucksäcken und der Schlechtwetternebelfront im Rücken. :-)

Basecamp ExpeditionDas letzte Stück zum Basecamp hoch war super anstrengend. Der Nebel hatte uns eingeholt und deckte die Annapurnakette in dichtes mystisches Weiss, sodass wir nichts mehr davon sehen konnten. Egal, wir kämpften uns mit unserer letzten Kraft hoch zum Camp. Ich meine wirklich mit unserer letzten Kraft und dann endlich waren wir am Ziel:

ABC – Annapurna Base Camp. Mit Keksen und Tee erwarteten uns bereits die Jungs auf den Gipfel und gratulierten uns zu unserem Aufstieg. Gratulation.....wie wahr......wir waren echt stolz auf uns den Aufstieg geschafft zu haben und das nur in 4 Tagen. Oben angekommen, beschenkte uns die mystische Front mit einem frostigen Schneesturm. Es war bitterkalt auf den 4100 Metern und trotz unseren warmen Kleidern, gab es keine richtige Chance warm zu werden und so bestellten wir uns wieder einen Heater :-) Der Heater ist eigentlich ganz nett, aber die Abgase die dabei entstehen sind eher etwas unangenehm, es sei denn man steht auf leichten Schwindel.

Hier auf dieser Höhe musste unser Schlafsack die Feuertaufe bestehen. Leider hat meiner nicht so Feuer gemacht und ich hatte die ganze Nacht nicht ganz warm. Dafür hatte ich feurige Kopfschmerzen, welches sich am frühen Morgen zur Höhenkrankheit entpuppte. Kein Wunder, denn am Vortag sind wir über 1200 Höhenmeter gemacht und dies ist weit über den Empfohlenen 500 Höhenmetern...hmhmhmm......Desshalb gab es zum Frühstück für mich eine Diamox Tablette, die gegen Höhenkoller hilft. Denn sofort absteigen, kam für mich jetzt nicht in Frage.

Wir standen bereits um 5.30 Uhr auf, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen. Und da waren wir nun, im Kessel umringt vom Annapurna Bergmassiv. Einfach gigantisch undAnnapurna Basecamp unbeschreiblich. Das Weiss des frischen Schnees, dass die Berge und das Camp überzog war eindrücklich. Das Lichterspiel der Sonne, die sich eine ganze Stunde Zeit liess, bis sie das Camp erwärmte, einmalig. Eine unglaubliche Erfahrung in der Höhe. Die Stille dort oben war späktakulär. Kein einziges Geräusch, kein Vogel, einfach gar nichts.....nur du und der Annapurna :-))

Da es fast der hälfte unserer Truppe etwas mulmig war, stiegen wir etwa um 8 Uhr Morgens wieder zum MBC runter um den weitern abstieg in Angriff zu nehmen. Abstieg klingt gut, doch der Abstieg beansprucht sehr die Knie und somit waren Raphi und ich wieder die letzten unserer Gruppe. Dazu hatte ich eine etwas unangenehme Diamox „Überdosis“ Erscheinung, welche sich bei mir durch starken Kribbeln im ganzen Körper äusserte. So wie wenn einem die Gliedmassen einschlafen würden......komisch unangenehm. Keine Angst, es geht mir wieder gut :-)

AussichtDer Trek geht von ganz oben den gleichen Weg wieder zurück, was aber gar nicht schlecht ist, weil man die Gegend von einer Anderen Seite sieht. Das letzte Stück der Strecke kann man einen anderen Weg zurückgehen, welcher an heissen Quellen vorbeiführt und darauf freute ich mich schon seit Beginn der Wanderung. Wir waren gar nicht mal so langsam und so haben wir es noch am gleichen Tag wieder zurück bis nach Bamboo geschafft. Diese Stecke empfanden wir als eher locker, weil sie nicht so viele hoch und runter Passagen hat.

Der sechste Tag sollte uns endlich zu den heissen Quellen in Jinu bringen, Dazu mussten wir aber wieder den Berg von real und fake Sinuwa runter und hoch nach Chomrong. Das war vielleicht eine Quälerei.....das mussten mindesten 10'000 Treppenstufen gewesen sein. Oben angekommen, hang uns die Zunge mindesten 5 cm aus dem Mund. Doch wer hätte das gedacht, nach Jinu gehen wieder mindesten 10'000 Stufen runter. In einem Winkel, da hätten wir uns gleich Abseilen können! Wir waren langsam, sehr langsam...unglaublich langsame Geschwindigkeit......

In Jinu waren wir bereits so matsch in unseren Gelenken und wohl auch in unserem Kopf, dass wir doch glatt mit unserem RucksackTatopani runter zu den Quellen liefen, obwohl wir den besser dort oben deponiert hätten. Denn die Guesthouses wo wir schlafen würden, waren eben genau dort. Also quälten wir uns durch den schönen Wald zu den Quellen runter, ohne eine Ahnung zu haben was uns dort erwarten würde. Unten angekommen, stellten wir fest, das nur Nils bereits dort war und die anderen wahrscheinlich auf uns in Jinu warteten. Prima....Egal, die Quellen waren echt der Muskelkaterkiller. Schön warm und entspannend. Die Quellen liegen direkt am Fluss, somit konnten wir zuerst ins kalte Wasser springen und dann wieder in die Quelle rein zum aufwärmen.....mhhhhhhhhh Sogar Raphi hat das Baden genossen :-) und nach einer Weile kam dann auch der Rest unserer Truppe mit kaltem Bier um zu chillen.

Nach der entspannenden Baderei und einer Nacht im schönsten Zimmer des Treks (bekanntlich kommt das schönste ja immer zum Schluss) beschlossen wir die letzte Strecke noch an einem Tag zurückzulegen. Zurück zu unseren Autos war das Motto. Zum Glück war die letzte Strecke nicht mehr so steil und „pillepalle“ gegen alles andere was wir bis anhing gelaufen waren. Wir genossen entspannt unsere Rückkehr und schauten immer einwenig wehmütig auf das hinter uns schwindende Annapurna Gebirge zurück.

Auch beim Abstieg gehörten wir zu den letzteren. Kurz vor dem Endspurt des Treks, stellten wir jedoch fest, dass Nick nirgends mehr war. Nils, welcher der erste war hat ihn nicht vorbeiziehen sehen und André mit Alon (unserer israelischen Bekanntschaft) hat ihn auch nicht mehr gesehen. Nach langem Warten entschlossen wir uns doch mal zu unseren Bussen zurückzukehren, in der Hoffnung das Nick schon dort sei.

Bei dem Checkpoint des Annapurna Sanctuarys erkundigten wir uns ob Nick schon ausgecheckt hat, doch der Mann hinter dem Schalter hat in seinem dicken Buch nichts gefunden und erinnerte sich auch nicht an Nick. Das fanden wir dann doch etwas beunruhigend......wird er wohl trotzdem schon beim Feuerwehrlaster sein?

Die Vorfreude unsere Mathmi nach 7 Tagen wieder zu sehen war schon sehr gross. Wird sie wohl unversehrt sein? Wir waren dann auch unendlich erleichtert sie in tadellosem Zustand wieder anzutreffen.....oh Mathmi Baby ;-) und wir waren auch unendlich erleichtert, dass Nick alle unbemerkt überholt hat und schon im Laster war....ufffffff :-)

Soviel zur Registrierung.....die haben ja überhaupt keine Ahnung wer ein –oder auscheckt. Da fühlt man sich doch richtig sicher!

Annapurna Bergmassiv Panorama

Der ganze Trek war wunderschön und die Strapazen haben sich für uns tausendmal gelohnt. Wir wurden praktisch jeden Tag bis zum frühen Vormittag mit klarer Sicht und schönem Wetter beschenkt. Wenn ich so zurückdenke war das Trekken für so eine lange Zeit fantastisch. Du läufst und es gibt nichts anderes in diesem Moment als dich, die Natur und das laufen. Es gab keine Vergangenheit, keine Zukunft, nur das jetzt.....ich war ganz im Augenblick und das war wirklich schön :-).....Danke dir mächtiger Annapurna

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